Endzeit

  • Endzeit


    1969. Der 3. Weltkrieg ist vorbei und er kommt nie mehr zurück. Auf allen Kontinenten pflanzten die großen Mächte ihre Sonnen, eine heller und strahlender als die andere. Die Herrschaft von Licht, Druck und Hitze währte nur kurz, aber sie hinterließ eine tiefgreifende Umgestaltung. Als die Feuer des blasenschlagenden Landes allmählich verloschen, hatte die Welt eine neue Gebieterin: Strahlung.


    Der Wandel kroch in Materialien, in Pflanzen, in Tiere und in die meisten Überlebenden. Im Großteil der Fälle setzte die Veränderung bereits nach kurzer Zeit ein. Andere Menschen fanden trotz aller Widrigkeiten zunächst Schutz, doch nach 18 Tagen ohne Strom, unterhaltende Abendsedierung und frischen Filterkaffee fiel der verbliebende Teil der Menschheit erst in Raserei und dann übereinander her. War es das? Naja, es ist die Endzeit, also lautet selbst die positivst gestimmte Antwort: Beinahe.

    Gibt es denn gar keine Hoffnung? Was ist denn bitteschön mit den fabelhaften Superkräften, die das geheimnisvolle Atom gewissen Trägern verleiht? Ah, ein kenntnisreicher Einwand. Eben jene Auswirkungen darzustellen, dient die folgende Dokumentation in fünf Teilen. Die finale Folge ist momentan in Arbeit.


    endzeit_atom.gif Kapitän Atom
    Seit er von einer Atombombe gebissen wurde, wachsen seine erstaunlichen Kräfte. Die erste Zeit verbrachte der Schirmer der Schutzlosen damit, sich ein repräsentables Kostüm anzufertigen und die Grenzen seiner neugewonnenen Mächte zu erkunden. Beide Aufgaben banden ihn nicht nur für die Dauer des dreißigminütigen Dritten Weltkrieges, sondern auch in den Wochen danach. Er nutzte die Zeit. Nun hat er ein Ziel. Nun ist er schick. Heute enthüllt sich Kapitän Atom der Welt.
    Überlebensursache: Superheld

    endzeit_hulker.gif Sergeant Hulker
    Es hatte nicht anders kommen können. Früher oder später musste es einfach auf den großen Knall zulaufen, wusste Sergeant Hulker schon den Frischlingen im Stiefellager der US-Marineinfanterie einzuschleifen. Er hat alles versucht. Doch trotz noch so vieler Klimmzüge und Schindermärsche sind die Rekruten einfach nicht atombombensicher geworden. Einen anderen hätte dieser Rückschlag womöglich aus der Bahn geworfen, aber der erfahrene Drillmeister sieht als philosophischer Vertreter eines rachsüchtigen Optimismus' selbst im Atomkrieg etwas Gutes: Wenigstens hat es auch den verdammten Kommunismus erwischt.
    Überlebensursache: Außendienstmission im vergessenen Bunker

    endzeit_ingstrom.gif Doktor Ingstrøm
    Offiziell im Auftrag des Schwedischen Staatsamts für Nuklearmedizin entsandt, um mittels eines Bunkeraustauschprogrammes Verständigungswillen vorzutäuschen, tatsächlich aber geschickt worden, um die Vergabe des Friedensnobelpreises an die NATO zu hintertreiben. Zu diesem Zweck hatte er sich bereits die Existenz einer obskuren Organisation namens IAO ausgedacht und stand im Begriff, die Antragspapiere zu fälschen, doch ein jäher Atomkrieg zerschnitt die Fäden dieses Handlungsstranges, der deshalb auch nie wieder aufgegriffen werden soll. Nun sitzt der Mediziner in einem abgelegenen Bunker seines verabscheuten Zielobjektes und hasst die Gesamtsituation.
    Überlebensursache: zur richtigen Zeit am richtigen Ort


    Bilder
    endzeit_bruessel.png


    Spielsteckbrief:

    • Szenario: Atomkriegsendzeit in Brüssel
    • Genre: Rollenspiel mit Erkundung, linearer Handlung und Rundenkämpfen
    • Superheld mit den mysteriösen Kräften des geheimnisvollen Atoms? Ja!
    • postapokalyptische Spielauswirkungen: Zunächst Außeneinsätze zwecks Ressourcenbeute. Etwas lockt sie auch bei Tage an. Mutierte Belgier, später weitere Nachbarn.
    • Veröffentlichungsmodus: Episodenformat (höchstens 6, vermutlich exakt 6), jeweils Spielfilmlänge
    • Kommt ein Vulkan vor? Nein



    Download (86 MB, enthält alle bisherigen Folgen)


    Folge 1: Der atomische Erlöser

    Folge 2: Der Schrecken von Schloss Laeken

    Folge 3: In den Kerkern der NATO

    Folge 4: Rücksturz in den Krater Brüssel

    Folge 5: in Arbeit


    Ersatzspielstand (Wer das Spiel schon kennt und seinen alten Spielstand verbummelt hat, beginnt hiermit direkt mit Folge 4.)


    Hilfe: Das Endzeit-Wiki (im Aufbau)

  • Endzeit als Spiele-Thema ist nicht so meins :/

    Aber interessante, witzige, spannende Vorstellung, das muss man dir lassen.

    Finde die Trailer (besonders den ersten) etwas lang, aber hat was.

    Vor allem der Spruch im zweiten ist echt cool (Du musst die Welt nicht retten, sie ist bereits tot.) :D:D:D

  • @ Zion

    Aber es ist doch nicht irgendeine Endzeit, sondern die relevanteste aller Apokalypsen, weil sie mitten im Pommesursprungsgebiet tobt. =OGegen diese Dramatik fallen die handelsüblichen Hollywoodweltuntergänge vor New Yorker Kulisse blass aus.

    Freut mich, dass die Vorstellung auch bei Szenerio-Unlust dennoch interessant wirkt.


    @ Murdo

    Die Musik setzt sich im Spiel fort. Auf klassische Abenteuerweisen habe ich bei diesem Szenario verzichtet. Ich wünsche schon mal viel Spaß.


    @ was weiss ich...

    Danke für den Trailerhinweis. Ich tausche einfach die Reihenfolge in der Vorstellung, denn wer den kürzeren der beiden Trailer guckt, hat eigentlich schon alle Informationen über Inhalt, Stimmung und Spielweise. Der Längere ist nur ein atmosphärisches Plus.

  • Seit er von einer Atombombe gebissen wurde, wachsen seine erstaunlichen Kräfte.

    Mehr muss man nicht lesen :D

  • Sicher nicht :D

    Dauert aber ein bisschen. Bin grade an ein anderen Test dran.

  • Was mir grade noch einfällt: Als ich deinen Vorstellungsthread gelesen habe, war mir bis zum Schluss nicht so ganz klar, ob es sich hier jetzt um ein Spiel oder einen Film handelt. Du erwähnst etwas von Folgen, das deutet auf einen Film/Video/Serie hin. Aber schlussendlich ist es wohl ein Spiel, oder?

    Vielleicht könntest du das noch etwas klarer darstellen.

  • Ich insistiere, dass dieses Spiel gezockt wird - und zwar von jedem und am besten sofort! Endzeit ist der Hammer und hat dafür gesorgt, dass ich mich auf die Apokalypse echt freue. :D Obwohl alles in Schutt und Asche liegt, gibt's unheimlich viel zu entdecken. Klassisches Troll-Spiel in gewohnt endzeitlich hoher Qualität. :thumbup:


    Eine Sache: Als Vorstand der Gewerkschaft der Questlog-Liebhaber muss ich einen dringenden Wunsch inserieren und zwar (jetzt kommt's) einen Questlog. Das Spiel bietet unheimlich viel. Auch zahlreiche Orte, die man erst später betreten kann, weil noch eine Fähigkeit dafür fehlt. Oder Rätsel, für die man Hinweise braucht, die in einem Gebiet liegen, das man noch nicht betreten kann, weil noch eine Fähigkeit dafür fehlt. Vor allem bei einem Spiel, das in Episoden erscheint, ist es hilfreich, wenn ich nach langer Endzeit-Abstinenz erstmal 'nen riskanten Blick ins Menü werfen kann, dort einen dystopisch vorsortierten Questlog vorfinde und direkt wieder im Bilde bin, wo ich beim letzten Mal stehen geblieben bin. "Hey, mein StraWi-Wert hat sich erhöht. Da gab's doch ein Gebiet, wo ich das gebraucht hab. Hmm, wo war das noch gleich? Ich schau besser mal im Questlog, da steht's drin."


    Mir ist aber klar, dass der Questlog-Vorschlag inzwischen wahrscheinlich einen apokalyptischen Aufwand nach sich zieht. Das Spiel ist schon unglaublich groß. Daher hast du mein vollstes Verständnis, wenn du dir das in keinster Weise antun willst.

  • Was mir grade noch einfällt: Als ich deinen Vorstellungsthread gelesen habe, war mir bis zum Schluss nicht so ganz klar, ob es sich hier jetzt um ein Spiel oder einen Film handelt. Du erwähnst etwas von Folgen, das deutet auf einen Film/Video/Serie hin. Aber schlussendlich ist es wohl ein Spiel, oder?

    Vielleicht könntest du das noch etwas klarer darstellen.

    Eigentlich ist es ziemlich offensichtlich, dass dies ein Spiel ist? Ob Folgen oder Kapitel ist doch wurscht^^

  • @ Jakane

    Ich wollte erst schreiben: Die Apokalypse wartet auf dich. Aber das klingt ja doch anders als beabsichtigt.


    @ Zion

    Endzeit ist ein Episodenspiel. In jeder Folge spielt man eine in sich abgeschlossene Erzählung und kommt so Stück um Stück in der übergeordneten Handlung voran. Entweder spielt man episodenweise oder wartet auf die Vollversion und spielt dann alles am Stück. Vier von fünf Folgen sind bereits fertig.

    Ich habe "Endzeit" mit der Kategorie "Demo" bezeichnet, weil es wohl nicht lohnt, für die paar Vertreter (Ich weiß gar nicht, wie viele anderes es noch gibt) eigens eine "Episodenspiel"-Kategorie vorzuhalten.


    @ Tw0Face

    Ich unterstütze diese Forderung! Na gut, nur die Erste, dass man "Endzeit" bitte spiele möge. Die Zweite ist inzwischen etwas zu kompliziert zu erfüllen geworden, weil der Berg an Inhalten, den ich ins Spiel gepfercht habe und die Nähte ächzen lässt, genau das bewirkt, was du schon andeutest: Ich kann ihn rückwirkend gar nicht mehr in ein Questlog zwängen, weil mich der Aufwand pilzwolkenartig explodieren ließe und ich selbst gar nicht mehr weiß, welche abseitigen Nebenbeischelmereien ich insgesamt verbaut habe.

    Immerhin lässt sich so gut wie alles direkt in der jeweiligen Episode lösen, auch wenn man manchmal etwas um die Ecke denken und spielen muss, um an die obskursten Perlen zu gelangen. Man braucht also nicht zwingend ein Elefantengedächtnis.


    @ Kentaro

    Da bin ich ja beruhigt. :)






  • Ein wenig aus dem Entwicklungsfortschritt der finalen Episode:


    Der Kapitän des Atoms ist auf dem Weg zu einer neuen Erstaunlichkeit, denn er wird einen Plattenspieler in Betrieb nehmen. Zum Glück kann er sich beliebig verkleinern, was die Sache naturgemäß vereinfacht. Nun muss er die Gerätschaft nur noch erklimmen und die notwendigen Dinge veranlassen, die in meiner Fantasie dazugehören, um einem Venylabspielgerät Musik zu entlocken. Wer ganz genau guckt, kann sogar erkennen, dass das helle aufragende Ding in der Mitte gar nicht Kapitän Atom ist, sondern der Plattentellerstift. Der Superheld ist an anderer Stelle raffiniert versteckt.


    endzeit_plattenspieler.png

  • Was muss ich als Schreiner da sehen!!! =O
    Welcher Anfänger hat da durch die Platte geschraubt!


    So Spass beiseite ^^

    Ohne zu lesen hab ich mich erst mal gefragt seid wann das Spiel ein Plattformer ist XD
    Das ganze sieht aber doch recht witzig aus und auf die Idee nen Plattenspieler auf die Art einzubauen muss man auch erst mal kommen.:thumbup:

    Und zum schluss noch ne frage. Wie lange ist die Spielzeit pro Episode?
    (Geht in Deckung falls das schon mal gefragt wurde)


  • @ was weiss ich...

    Schreiner haben es noch vergleichsweise gut, Physiker brechen regelmäßig in Weinkrämpfe aus, wenn ich sie mit "der Wahrheit innerhalb des Atoms" konfrontiere. Nur mit dem Plattenspieler bin ich mir 100%ig sicher, auch dem pingeligsten Technikmusikus keinerlei Angriffsfläche zu bieten. Vor der Erfindung der CD hat man die Abspielgeräte nun mal per 2D-Plattformer-Einlage bedient.


    Eine Endzeit-Episode dauert etwa 3-5 Stunden, je nach Neugier und Winkelerkundungsdrang.

  • Bastelstubenzeit. Ich schraube gerade ein neues Gebiet zusammen und plaudere einfach mal über mein Vorgehen. Was läge in einer nur der Wahrheit verpflichteten Dokumentation über die dem Atomkrieg folgenden Zustände Belgiens näher, als sich des Reichtums realer Schauplätze zu bedienen, frage ich mich kühn und antworte ebenso unerschrocken: "Burg Beersel!"
    Na gut, gestehe ich mir zu, das will ich mir wenigstens mal angucken. Die wehrhafte Wasseranlange bringt alles mit, was ein im Jahre 1969 angesiedeltes Rollenspiel benötigt.


    beersel.png


    1. Der zentrale Turm ist von bezaubernder architektonischer Eigenart. Backsteingemauert, giebelgeziert, beidseitige Erkertürmchen, dazu noch geschmackvoll proportioniert - ich bin so berührt, dass ich beschließe, ihn im Computerspielnachbau nur ein ganz klein wenig zu zerstören. Es zahlt sich einmal mehr für mich aus, die Postapokalypse in einem europäischen Land angesiedelt zu haben. Die Helden können sowohl in Bürogebäude als auch in Burgen einsteigen, was dem Auge Abwechslung und der Spielgestaltung eine je eigene Umgebungslogik schenkt.
    2. Ich übernehme vom Originalarchitekten auch die Wasserburgidee. Der wollte feindselige Neider abhalten, ich allzu stürmische Spieler. Natürlich gibt es einen Weg hinein, aber just den gilt es interaktiv zu ernünfteln. Da man als Spieler eines RPG-Maker-Spaßes die Welt von schräg-oben betrachtet, platziere ich in den vom Uferrand einsehbaren Burghof gemeinerweise auch gleich mal eine fette Beute als Lockmittel. Wessen Gier dann nicht Purzelbäume schlägt, den halte ich für unrettbar asketisch.
    3. So schön die Burg auch aussieht, muss ich sie doch modifizieren. Da ich die Welt auf einem Schachbrett errichte, kann ich runde Ringwälle gar nicht gebrauchen. Was die Normannen ihren englischen Burgen antaten, wird ja wohl auch mir erlaubt sein, also treibe ich dem Bauwerk die sich harmonisch aus seiner kreisenden Insichgekehrtheit ergebende Inselruhe mit prägnanten rechten Winkeln aus. Ah, schön.
    4. Die beiden Nebentürme sind nett gemeint, aber letztlich nur eine Wiederholung des in Punkt Eins schon hinlänglich Gelobten, darum darf ich endlich meiner Rabatzlust nachkommen und sie dem Erdboden gleichmachen. Wir hatten immerhin gerade einen Atomkrieg mit einer Druckwelle der Spitzenklasse. Die Stümpfe lasse ich stehen und erfreue mich einer die Spiellust weckenden Burgruine mit regionaler Verankerung und szenischem Aroma.
  • Blicke ich auf meine Entwicklertaten des letzten Monats zurück, erfüllen mich drei Errungenschaften mit besonderer Zufriedenheit.

    1. Einen Gegner auf Wurstbasis ersonnen.
    2. Das Runde ins Eckige gezwungen.
    3. Das finale Atomödengefährt konstruiert.

    Wenn man sich solche Kerben ins Holz schnitzen darf, ahnt man was von der im Menschsein schlummernden Göttlichkeit. Geht es auch eine Spur kleiner? Natürlich. Manche Bastelarbeiten sind vermutlich im fertigen Spiel gar nicht zu bemerken, sind zudem auch etwas fitzelig, aber wenn sie fehlten, mangelte es dem Spiel an einer eleganten Kleinigkeit. Beispielsweise habe ich Burghöfe und -zinnen errichtet, die den Held je nach aktueller erklommener Höhe perspektivisch korrekt verdecken. Der Bau ist eine Mischung aus Planung, Fleiß samt anschließender Fehlersuche, vor allem aber ist er latent nervig. Dafür entschädigt das Ergebnis mit einem unaufdringlichen Tiefeneffekt, der 2D-Welten immer einen Tick leibhaftiger wirken lässt.


    Nicht alles gelang, aber die Spuren der Fehlschläge bügele ich gewohnt klammheimlich aus und bin schon selbst fast soweit, sie vollständig vergessen zu haben. War was?

  • Murdo macht das hochvergnüglich und ich verpasse keine Folge. Allerdings beiße ich mir auf die Zunge und widerstehe der Versuchung, besserwisserische Entwicklerkommentare zu verfassen, weil das immer was von Fahrlehrerverhalten hat.

    Wie kann man denn DAS übersehen? Wieso macht er das nicht SO? Wieso hat er denn nicht schon längst ...? Ja, ja, von so einem Beifahrer träumen wir doch alle. Stattdessen lasse ich mich in stiller Freude davon überzeugen, wie schwierig es eigentlich ist, sich durch die Endzeit und ihre Satzbauten zu navigieren, wenn man noch gar nicht wissen kann, worauf es hinausläuft und was hinter der nächsten Ecke lauert.


    Die Kannibalengarantie kann ich übrigens mit größter Selbstverständlichkeit geben.