Antagonist - die verkannte Rolle

  • Protagonist und Antagonist sind zwei Begriffe, die vielen neuen Usern noch fremd sind, wenn sie erst mal mit dem Makern anfangen und die ihnen erst begegnen, wenn sie ihre Story irgendwo online vorstellen. Die wenigsten hatten das in der Schule und verstehen auch zunächst nicht recht, warum man nicht einfach "Held" und "Feind" sagt.


    Doch warum bürgen sich diese Begriffe immer mehr ein? Während viele noch nachvollziehen können, dass mit "Protagonist" mehr die Hauptfigur einer Geschichte gemeint ist und diese nicht immer der strahlend gute "Held" sein muss, scheint das Konzept des "Antagonisten" für die meisten eher unklar, oder oberflächlich einfach für den "Superbösen" in der Geschichte zu stehen. Dabei ist es eigentlich vielmehr der "Gegenspieler" des Protagonisten.


    Aber was heißt das im Klartext? Was macht einen guten Antagonisten aus? Kennt ihr gute Beispiele?

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  • Ich denke Asgar aus Vampires Dawn passt da ganz gut und die Rolle. Er ist von Anfang an, Valnars Gegenspieler, auch wenn er selbst nicht der super Bösewicht, der Geschichte ist. Beide haben oft unterschiedliche Meinungen und haben nicht nur dies bezüglich eine Fehde. Auch in der Liebe sind beide Rivalen, wodurch die Feindseligkeit nur noch mehr gesteigert wird. Es kommt hier und da zwar zum Kampf, aber trotz allem, sind sie Verbündete und kämpfen zusammen, gegen den wahren Feind.

  • Mh, also für mich sollten die Begriffe Antagonist/Gegenspieler und Konkurrent/Rivale als eigenständige Rollen stehen können.


    Garry mag zwar der Rivale, für/von Ash, sein, aber ich würde ihn niemals als Antagonisten sehen.

    Eine Revalität hat, für mich, immer etwas mit einem (sportlichen) Wettstreit zu tun, ein "Kräfte-Messen" oder eben auch das Gewinnen eines Herzens.^^


    Eine Besonderheit, die für einen Antagonisten keine Voraussetzung ist, aber bei einer Revalität unabdingbar ist, ist die Kenntnis voneinander.

    Protagonist und Antagonist hingegen können lange Zeit gegeneinander wirken, ohne überhaupt voneinander zu wissen.


    Damit möchte ich natürlich, auf der anderen Seite, nicht zum Ausdruck bringen, dass der Antagonist "die Verkörperung des Bösen" sein muss oder sollte.

    Diese Ansicht empfinde ich selbst als ziemlich überholt.

  • Generell gesprochen sehe ich den Hauptzweck eines Antagonisten darin, den Plot voranzutreiben, indem er Situationen schafft, auf die der Protagonist reagieren muss. Diese Grundqualifikation trifft prinzipiell auch auf den typischen Böse-weil-böse-Superschurken zu, dessen Aktionen auf kaum mehr als eine Serie von Dei ex Machina hinauslaufen. Das macht ihn allerdings nicht unbedingt zu einem guten Antagonisten.

    Dazu muss eine Figur auch all die Eigenschaften besitzen, die einen guten Protagonisten ausmachen. Das heißt, dass seine Aktionen schlüssig und nachvollziehbar sein sollten - selbst wenn man sie nicht unbedingt gutheißt - und er über genug Eigenheiten verfügen muss, die ihn als Charakter interessant machen.



    Moriarty ist daher - wenn man nach den Originalgeschichten geht - eigentlich kein sonderlich gutes Beispiel. Der Charakter taucht nur in einer einzigen Geschichte als Akteur auf, wird in einigen weiteren kurz erwähnt und ist im Prinzip nicht viel mehr als ein Mittel zum Zweck um Holmes (von dem der Autor zu diesem Zeitpunkt gründlich genug hatte, soweit ich weiß) endlich um die Ecke zu bringen. Er fungiert in dieser Geschichte zwar als Holmes' Antagonist, bleibt aber zu skizzenhaft um in der Rolle zu überzeugen und wirkt mehr wie ein Bösewicht der Woche.

    In den unzähligen Adaptionen mag das anders aussehen, aber das hängt natürlich immer sehr davon ab, wer da gerade die Feder führt.



  • Mir fallen spontan grade nur welche aus Film und Fernsehen ein.

    Tolle Paarungen aus Protagonist und Antagonist waren Clarice Starling und Hannibal Lecter in "Das Schweigen der Lämmer" (wobei die auch im Buch funktionieren).

    Und Raylan Givens und Boyd Crowder aus "Justified". Wobei besonders die Figur des Boyd Crowder großartig ist und prima gespielt ist.

    Walther White aus Breaking Bad ist natürlich auch ein toller Antagonist, da fehlt mir aber irgendwie der dedizierte Protagonist - ausser man betrachtet White und sein Alter Ego als Beides.

  • Ich kann zur Zeit nur von meinem Antagonist ausgehen er ist genau das was der Protagonist nicht ist. Bei ihm sind extreme wie "keine Gnade kennen" und "Blutrünstigkeit" sehr gut umschrieben.

    Ein guter Antagonist muss aber sich in einem Bezug mit dem Protagonist identifizieren können. Wie bei Joker und Batman.

  • Hallo,

    vieleicht erinnert sich hier noch jemand an das sehr schöne Spiel Dungeon Keeper, wo man selbst den Bösen gespielt hat, und der/die Antagonist/en die Guten waren:)

    Ich denke das der Antagonist genauso wichtig ist wie der Protagonist, meisstens ist es ja so das ohne den Antagonist das komplette Spiel sinnlos währe, wenn keine die Prinzessin entführt muss sie auch keiner retten, und alle lebten glücklich....., deswegen sollte man sich mit dem Antagonist genau soviel Mühe machen wie mit dem Protagonisten, selbst wenn es einfach nur der klassich Böse sein soll, braucht er dennoch eine Persöhnlichkeit und einen Grund für sein Handeln.