Yoraiko Reviews - Heute: Alexa's Adventure (2006) von Toni - Knuffiges Comicgame

  • Ein schönes Review - das genau das schafft, was ein gutes Review tun sollte. Es spiegelt meine Meinung wider (größtenteils).

    Unterwegs in Düsterburg ist auf jeden Fall bei seinen Spielern beliebt, aber leider nicht ansatzweise so breit bekannt vie VD (trotzdem beachtliche 17 000 Downloads in 12 Jahren allein bei CB).


    Wahrscheinlich weil sich der Reiz eines VD (Blut!, Flüche, düstere makabre Atmosphäre, Vampire, riesige Spielwelt!) in den frühen 2000er besser erklären ließ als der von UiD. Auch wenn es frei spekuliert ist, würde ich annehmen, dass der Anfang von VD mehr Spieler dazu animierte, dem Spiel eine Chance zu geben als UiD. VD startet mit seinen riesigen Blutlachen, Morden und einer Henkersszene, während Düsterburgs leider geschichtsträges Ostmarken-Kapitel nicht vermittelt, was einen nach dem Start im Verlauf noch alles erwartet.


    Was schade ist, da UiDs Spieldesign technisch von Anfang an höhere Qualität lieferte und vor allem im Verlauf seiner Geschichte - wie von dir geschildert - immer besser wird. Spätestens ab der Rabenfels-Episode sollte man merken, dass man in die Kampagne eines wendigen Spielleiters geraten ist, der in der Lage ist, coole Szenarien ohne großes Setup aus den Ärmeln zu schütteln. Das 5. Kapitel (eigentlich auch schon das 4.) mögen zwar einen Schnitt in das bisherige Design darstellen, trotzdem ist deren Inszenierung und deren Konzept das beste, was im deutschsprachigen Raum in dem Umfang abgeliefert wurde. Die Makel, die in diesen Kapiteln vorhanden sind, sollten sich beim Redesign ohne große Schwierigkeiten ausmerzen lassen. Am schönsten wäre es natürlich, wenn die Ambition da ist, das Gleiche auch in umgekehrte Richtung zu versuchen, also die Qualität (und vielleicht auch Stil) älterer Kapitel ein bisschen mehr in die Richtung Königsberg zu schieben. Am schwersten wird es wohl sein, Libra und Tarius denkwürdigere Rollen zu geben.


    Faszinierend ist auch die unglaubliche halsbrecherische Geschwindigkeit mit der UiD entwickelt wurde. 2001 gibt es noch keine klaren Vorbilder in der Szene stattdessen nur kommerzielle Spiele (JRPG des SNES, PS1, MegaDrive und westliche Tabletops oder CRPGs wie Fallout).

    UiD war Grandys erstes wirkliches Projekt - die Entwicklung startete im Oktober, die erste Demo mit dem gesamten 1. Kapitel gibt es noch vor Jahresende. Darauf folgen noch zwei Demos und nach nicht einmal 2 Jahren Entwicklung veröffentlicht er Mitte 2003 die Vollversion. Noch während der Entwicklung von Düsterburg hat er sich erstmals in den den Maker eingearbeitet, da er ihn auch erst im Oktober entdeckte. Genauso müsste er sich auch erst die Arbeitsprozesse zum Pixeln, Grafiken Zuschneiden, Zeichnen und Lichteffekte Erstellen erarbeitet haben. (Auch wenn man natürlich betonen muss, dass ihm bei einigen dieser Extraprozessen durch Forenfreunde unter die Arme gegriffen wurde). Schreiben konnte er bereits, da er ein paar Abenteuer zu einem "Das Schwarze Auge"-Magazin beisteuerte.


    Es ist noch von mir nicht im Makerpendium eingebunden, aber ein interessantes Trivia, was die Entwicklung der Geschichte zum Abschluss des 4 Kapitels und des gesamten 5. Kapitels in Königsberg betrifft, ist der Grad zu dem der RPG-Atelier Administrator GSandSDS für Ideen für wichtigen Plotelemente und Szenen (Wahnfrieds Motiv im 5. Kapitel, die gesamte Endkampfszene) verantwortlich ist. Grandy hatte ihre damalige E-Mail-Korrespondenz in einem Thread öffentlich gemacht, in der man sehen kann, wie die beiden das Abenteuer gemeinsam zu Ende spinnen.

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  • Zitat

    Der alte Schinken aus 2004 ist mir egal. ^^

    Mein ehrliches Beileid.


    Zitat


    Kennst das?

    Zitat

    Der Ersteller Grandy ist in der Theorie noch aktiv und arbeitet an einem zeitgemäßen Remake seines Projektes, da er familien-, und gesundheitsbedingt jedoch nur sehr, sehr selten etwas von sich hören lässt, ist fraglich, ob und wann dieses Remake erscheint.

    Ich hoffe auch, dass da noch was kommt, bezweifle es aber.





    Danke für deinen fantastischen und sehr interessanten Beitrag, Zeder. Das im Spoiler war Absicht, ich hätte aber nicht damit gerechnet, dass das jemand auffängt.

    Deine Beobachtungen zu den Anfängen beider Spiele sind natürlich absolut korrekt, VD hat den deutlich größeren 'Shock-Value'.



    Die ganzhen Trivias finde ich spannen und wow, der verlinkte Thread war ein Wahnsinns-Read. Hoffe wirklich, dass das noch im Makerpendium eingebunden wird, das muss dringend archiviert werden.



  • Ich habe das Video diesmal etwas roher belassen, weniger Schnitte, keine Musik, um eine etwas cleanere und tiefenentspanntere Wirkung zu erzielen. Ich weiß nicht genau, ob ich das Video in der Form hier zeigen darf, falls nicht, bitte einfach entfernen undoder mir auf die Finger klopfen. Könnt ja mal sagen, was besser ist, mit oder ohne Musik. ScHrEiBtS DoCh MaL iN dIe KoMmEnTaRe, LaSsT n LiKe UnD n KoMmI uNd N aBo Da EYYYOOOO


    - Yoraiko

  • Was mich am RMArchiv ja schon stört: Es werden auch Spiele von noch aktiven und erreichbaren Entwicklern ohne deren Zustimmung oder Zutun dort hochgeladen.
    Natürlich können Ersteller die Seite kontaktieren, aber ich finde es eher suboptimal, dass man als Ersteller erst durch Zufall darüber stolpert, anstatt dazu befragt zu werden.

    Auch wenn ich die Arbeit der Archivierung schätze, würde ich mir auch mehr Wertschätzung den Entwicklern gegenüber wünschen, ohne die das Projekt gar nicht erst möglich wäre...


    MfG Der Schilderich

  • Nicht nur das die Entwickler rotzfrech nicht gefragt werden, obwohl erreichbar,

    wird dort alles reingeballert was geht. Keine Form der Überprüfung und Kontrolle vorhanden, hauptsache die Sammlung wird größer und größer.

    Da sieht man schon worauf Wert gelegt wird :thumbdown:


    Das MV Forum ist ein gutes Beispiel dafür, wie man eine Filebase zu handhaben hat.

    Entweder die Entwickler laden es selbst hoch+Überprüfung

    oder

    sie werden gefragt+Überprüfung+Absprache mit dem Entwickler wo ggf. Punkte überarbeitet werden müssten.

  • Bei der Überprüfung sprichst du wirklich etwas an: Wie kann es sein, dass ich in dem Archiv trotzdem "Fungames" - also Trollspiele mit rassistischen und sexistischen Witzen, die regelmäßig Mitglieder der Community bestenfalls krass verunglimpfen - von communitybekannten Trollen finden kann?

    An diesen "Spielen" ist absolut kein Mehrwert enthalten und nichts von Wert wäre verloren, würde man sie löschen... Warum wird das beim Upload nicht überprüft, sondern muss erst nachträglich gemeldet werden?
    Und das hat jetzt auch nichts mit elitären Geschmack o.Ä. zu tun, aber ich finde es fragwürdig, wenn eine Seite Spiele von Entwicklern ohne deren Wissen hochlädt und dann auch noch "Spiele" zulässt, deren Inhalt die Demütigung eben dieser Entwickler beinhält, weil irgendeine Nase bei einem sehr infatilen Humor hängen geblieben ist...


    Kurzum: EIn Archiv-Projekt ist zu unterstützen, sollte aber deutlich mehr moderiert werden und auch MIT den Entwicklern zusammenarbeiten, falls denn möglich.


    MfG Der Schilderich

  • Hoy ho,


    danke für eure Reaktionen. Ich bin zwar nicht das Archiv, reagiere an der Stelle aber mal mit meinem persönlichen Standpunkt.


    Ich bin - und das als jemand dessen Projekt da natürlich auch samt aller fehlerhaften Versionen hochgeladen wurde - da anderer Meinung. Das Archiv ist keine offiziele Community-Plattform sondern eben ein Archiv dessen Ziel es ist, möglichst allen Spielern (Und Entwicklern) Projekte zugänglich zu machen, die sonst verloren gehen würden oder im Netz verstreut sind. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es Wochen, manchmal Monate dauern kann bis ein Entwickler auf Nachrichten oder E-Mails reagiert. Hätte das Archiv dies angestrebt, hätte es zum aktuellen Zeitpunkt sicherlich nicht mal die Hälfte der Eintragungen. Außerdem kann das Archiv ja nicht sagen 'X Anzahl an Entwicklern ist noch aktiv, die schreiben wir an' man müsste präventiv hunderte Entwickler anschreiben, die noch aktiv sein könnten.


    In meinen Augen sehe ich auch nicht ganz, wie den Entwicklern hier die Wertschätzung genommen oder diese übergangen werden. Alle Projekte, die im Archiv vorhanden sind, wurden zuvor von den Entwicklern selbst ins Internet gestellt und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Archiv übernimmt nur das Sammeln. Und im Gegensatz zu zahlreichen Flashgameseiten o.Ä. welche viele Makerspiele ebenfalls ungefragt anbieten löst das Archiv es mit guter Creditierung, allen wichtigen Angaben und einer Entwicklerübersicht. Alles, was man mit Nachfragen vermutlich erreichen würde, wären hunderte 'Ja ist okay, kein Problem's. Was ich finde, das man noch nachtragen bzw. verbessern könnte wäre eine Spalte für relevante Links wie zum Vorstellungsthread in Foren, Steamseiten etc. damit der Entwickler im Zweifelsfall unkompliziert was davon hat, ist auch mit so gut wie keinem Mehraufwand verbunden.



    Wo ich komplett bei euch bin ist die Überprüfung eines Mindestanspruches bzw. den Ausschuss von moralisch-abgründigem Material. Trashgames sollte man nicht rauswerfen, da auch diese zur Archivierung gehören, wohl aber solche Spiele, welche menschenverachtende oder anfeindende Inhalte in sich vereinen. Da kann man sich immer mehr wünschen ich glaube aber auch, dass das ein ungeheurer Aufwand ist.


  • In meinen Augen sehe ich auch nicht ganz, wie den Entwicklern hier die Wertschätzung genommen oder diese übergangen werden. Alle Projekte, die im Archiv vorhanden sind, wurden zuvor von den Entwicklern selbst ins Internet gestellt und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Archiv übernimmt nur das Sammeln. Und im Gegensatz zu zahlreichen Flashgameseiten o.Ä. welche viele Makerspiele ebenfalls ungefragt anbieten löst das Archiv es mit guter Creditierung, allen wichtigen Angaben und einer Entwicklerübersicht. Alles, was man mit Nachfragen vermutlich erreichen würde, wären hunderte 'Ja ist okay, kein Problem's.

    Wir haben aber nicht hunderte aktive Entwickler. Es ist halt einfach kein guter Umgangston, ungefragt Downloads bereitzustellen, denn vielleicht möchte man als Entwickler einfach, dass Leute die eigene Website und Downloads benutzt? Das Archiv hat halt strenggenommen nicht die Lizenzberechtigung, das geistige Eigentum anderer Leute ohne deren Zustimmung anzubieten.


    Klar ist das "lästig", aber strenggenommen bricht es mit dem Urheberrecht, wenn ein Entwickler nicht explizit die Erlaubnis erteilt hat.
    Und klar, das Archiv bewegt sich da sowieso in einer Grauzone, aber gerade deshalb wäre es einfach klüger, Entwickler zu kontaktieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten.
    Besonders wenn es dann weiterführend um Verlinkungen usw. geht.

    Edit: Was natürlich auch cool ist: Die E-Mail für Meldungen zu einem Spieleeintrag funktioniert nicht. Ich sehe halt auch nicht ein, dass man als Entwickler auf einer Plattform einen Account anlegen muss, um seine Rechte wahren zu können...


    MfG Der Schilderich

  • In meinen Augen sehe ich auch nicht ganz, wie den Entwicklern hier die Wertschätzung genommen oder diese übergangen werden. Alle Projekte, die im Archiv vorhanden sind, wurden zuvor von den Entwicklern selbst ins Internet gestellt und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Archiv übernimmt nur das Sammeln.

    Schau mal z.B. auf der Val Games-Seite. Steht da ein nicht zu übersehender Banner, dass Fremdhosting untersagt ist? Findet man die Spiele trotzdem auf RMArchiv? Ja und ja.


    Ich hab meine Spiele damals auch plötzlich eines Tages auf dem RMArchiv gefunden. Zum Teil sogar Spiele und Versionen, die ich inzwischen gar nicht mehr anbiete. Hab also an den Webmaster eine freundliche und förmliche Mail geschrieben, sie mögen meine Spiele doch bitte nicht hosten. Sie dürfen aber stattdessen gern auf meine Seite verlinken, wo ich meine Spiele hoste. Kam keine Antwort, nichts ist passiert. Nach Wochen eine weitere Mail geschrieben, auf meine erste Mail verwiesen und nochmal nett darum gebeten, meine Spiele nicht zu hosten. Kam wieder wochenlang keine Antwort. In der dritten Mail hab ich mit rechtlichen Schritten gedroht und siehe da: Plötzlich kam eine freundliche Antwort vom RMArchiv und die Downloadlinks zu meinen Spielen wurden entfernt.

  • Also so lange, wie mir die Val-Games-Einträge auf RMA schon geläufig sind, sind da jedenfalls keine Dateien verlinkt.

    Hast du genau hingesehen oder entgeht mir da was?


    ~炬燵あ

    Nö, hast recht. Da hast du dann wohl genauer hingesehen als ich. Die Einträge, die das RMArchiv für meine Spiele erstellt hat, sind auch noch da. Aber es sind inzwischen keine Downloads mehr verlinkt, was auch richtig so ist. Solange sie nur die Spiele vorstellen (ohne Downloads) soll's mir recht sein. Hab denen zwar angeboten, dass sie auch gern auf meine Seite verlinken dürfen. Dann machen die Einträge ja auch wieder Sinn für das RMArchiv als Spieledatenbank. In diese Richtung ist aber anscheinend nichts passiert.

  • Ich werd auch mal kurz meine Meinung abgeben, weil mir das damals auch so in der Form passiert ist, dass ungefragt und völlig falsch und veraltet mein Projekt präsentiert wurde. An und für sich hab ich gegen einer solchen Archivierung nix dagegen und das zeigt auch das Interesse und dass man wahrgenommen wird, bloß dann sollten auch die Parteien beider Seiten zusammenarbeiten und zumindest sollte der Spieleentwickler in Kenntnis gesetzt werden. Weil stellt euch mal vor, ihr surft so nichtsahnend durchs Netz und findet zufällig euer Projekt irwo auf ner Page, wovon ihr nichts wusstet und dann ist es auch noch falsch und völlig veraltet plus Verlinkungen stimmen nicht mehr usw. Was sollen dann die Zocker denken? Die sind doch dann völlig verwirrt. Kriegen ein altes Projekt mit falschen Angaben vorgesetzt, obwohl dann schon längst ne viel bessere Version existiert. Ne ne, da seh ich schon die Betreiber dahinter in der Pflicht, dass die da auch ihre Hausaufgaben machen und das Ganze besser pflegen und up to date halten sollten. Es würde sich ja dann auch keiner aufregen, wenn besagte Leute das mal machen würden bzw. besser kontrollieren.


    Und ich finde, es ist ein Unding, dass sich dann die Verantwortlichen erst melden, wenn man mit rechtlichen Mitteln droht. Die Betreiber und Herausgeber haben Pflichten und Verantwortung, wenn sie sowas machen und das müssen sie auch einhalten. Kann ja wohl nicht sein, dass man als Entwickler den Leuten hinterherrennen und bitten und betteln muss, was andere Leute quasi verbockt haben - so wie in Tw0Face's Fall z.B.

  • Kurzes Textreview eingeschoben:


    Loop (2010) von ~Jack~


    Loop3.png



    Täglich grüßt das Murmeltier, Steins;Gate, Happy Death Day, Life is Strange - Im Jahre 2020 haben wir an Medien, die sich mit einer Zeitschleife beschäftigen, eigentlich keinen Mangel mehr, und fast immer sind diese Geschichten dadurch gezeichnet, dass sie ausweglos erscheinen und dadurch Verzweiflung schüren. Über allem steht auch immer die selbe, zeitlose Message, das 'Finger weg von den Drogen' des Zeitreisengenres - 'Finger weg von Zeitmanipulation!'


    Der 2010 erschienene Kurzfilm 'Loop', welcher von Vampires Chronicles-Ersteller Jack auf dem RPG Maker 2003 realisiert wurde, ist da keine Ausnahme, wohl aber ein Novum in der deutschsprachigen Makercommunity: Denn es ist tatsächlich ein packender, hochwertig-inszenierter und in sich stimmiger Scifi-Thriller, der selbstablaufend ist und sich nicht mit Spielpassagen aufhält. Makerfilme ohne Gameplay gab es schon vor und nach 'Loop', aber keiner dieser Titel spielte auch nur ansatzweise in der selben technischen, optischen, musikalischen oder atmosphärischen Liga wie 'Loop', welches audiovisuell 2020 genau wie 2010 eines DER Vorzeigewerke des RPG-Makers ist das zeigt, was mit diesem simplen Baukastentool und ein paar einfachen Effekten möglich ist. Mit einer 'Spielzeit' von etwa einer Stunde bekommt man hier eine originelle und düstere Zeitschleifen-Geschichte, die in dieser Form im Pixelspiel-Genre einzigartig ist und auch gegen kommerziele Konkurrenz bestehen könnte.


    pic.php.png


    In einer nicht näher definierten Zukunft hat die Menschheit sich mit ihrer Dummheit und Aggression selbst an den Rande der Auslöschung gebracht. Die Atmosphäre ist giftig, und die letzten Überlebenden sind eingesperrt in bunkerähnlichen Kuppeln. Unser Protagonist ist Forscher in einer dieser Kuppeln, und Hauptverantwortlicher für das anstehende Projekt, die Zeit außerhalb der Kuppeln zurückzudrehen und somit die Fehler der Menschen ungeschehen zu machen. Doch das Experiment schlägt fehl, der Tag beginnt von neuem und nur unser Protagonist scheint es zu bemerken...



    Alle oben genannten Zeitschleifen-Verwurstungen haben sich keine Mühe gegeben zu erklären, warum gerade diese eine Person die Zeitschleifen bemerkt. Das ist bei Loop nicht anders, es ist zufällig. Das ist aber auch das einzige Element, das in der Geschichte von Loop wilkürlich erscheint - Der Rest ist gut durchgeplant und für damalige und moderne Makerverhältnisse bombastisch in Szene gesetzt. Die Handlung beginnt sofort mit Spannung, hat bis zum Ende ein hohes Tempo und hält einige haarsträubende Twists bereit. Stellenweise ist das Tempo vielleicht sogar etwas zu raserisch, so dass die Abfolge von


    'Zeitschleife bemerken -

    Experimentieren -

    Verzweiflung ob der Ausweglosigkeit'

    hier ein paar Zwischenschritte auslässt und im Mittelteil etwas überstürzt wirkt. In den üblichen Genrevertretern ist die Tatsache, dass man die Zeit nicht besiegen kann, eine langsam einsickernde Erkenntnis, aber gerade das Straffen und Rauskürzen sämtlicher unnötiger Nebenszenen verpasst Loop diese Kurzweiligkeit, die es Filmen oder längeren Spielen voraus hat.


    Vorzeigewerk und Medikumsreferenz ist es neben der aufwühlenden und tragischen Story aufgrund der sauberen und effektvollen Optik, dem orchestral-epischen Soundtrack und der gelungenen Zusammenführung all dieser Film-Bausteine. Ich würde argumentieren, dass Loop insgesamt das bessere Werk als etwa 'Und täglich grüßt das Murmeltier' ist, weil die Geschichte mit einer Stunde so punktgenau erzählt ist. Ein schönes inszenatorisches Detail etwa ist, dass das eingeblendete Titellogo 'Loop' bei jeder Zeitschleife verschwommener wird.


    Natürlich ereilt einen hier das selbe Problem, das die meisten Zeitschleifen-Geschichten, aber auch ferner jede Ausweglos-Darstellung mit sich bringt - Man fühlt sich permanent versucht, dem Protagonisten andere Lösungsvorschläge zuzurufen und hat das Gefühl, er hätte nicht alles versucht. Ersteller ~Jack~ hat es aber bewusst unterlassen, den Spieler mit dutzenden Fehlversuchen zu langweilen, um das hohe Tempo zu bewahren. Das ist in Ordnung so und am Ende des Spiels hat man auch das Gefühl, dass es vielleicht wirklich keinen anderen Ausweg gab.


    p3ic.php.png


    Die einzige größere Schwäche hingegen, welcher sich der Ersteller jedoch selbst im Nachhinein bewusst war, sollte nicht unangesprochen bleiben - Die letzte Szene vor den Credits hält einen Twist bereit, welcher Loop seinen Alleinstellungscharakter nimmt und Verbindungen aufdeckt, die im Kontext dieser in sich stimmigen Geschichte vollkommen unnötig gewesen wären und von einem Großteil der Spieler auch nicht verstanden wird. Zwar verleidet es diesen Unkundigen das Erlebnis nicht, aber es lässt sie verdutzt zurück. Insgesamt ist das aber nur eine Delle im schönen Lack des Scifi-Thrillers Loop.






    Fazit




    Genau wie das abgebrochene Vampires Chronicles 3-Projekt von Ersteller Jack bietet auch sein Makerfilm 'Loop' allerhöchste Kost in jeder Hinsicht - einen hochwertigeren Zeitschleifen-Film wird man in diesem Medium nicht finden. Das Filmspiel ist faltenlos gealtert und hat in 10 Jahren rein gar nichts an Effekt eingebüßt, besitzt hohen Wiederspielwert und kann auch makerfremden Personen problemlos an die Hand gegeben werden. Wer von der Zeitreise-Thematik nicht genug bekommt und trostlose Settings mag, sollte sich hier unbedingt 60 Minuten Zeit nehmen, ein Kleinod des Pixel-Scifi-Genres zu erleben und danach vielleicht einen längeren Blick auf das mächtige Titanenwerk 'Vampires Chronicles 3' zu werfen. Und wenn nicht, so wurde man immer noch hervorragend unterhalten.




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    - Yoraiko






















    Ebenso wie das abgebrochene Vampires Chronicles 3-Spiel von ~Jack~ hat auch sein Makerfilm 'Loop' die besten Inhalte in jeder Kategorie - einen hochwertigeren Zeitschleifen-Film wird man auf dem Maker nicht finden. Das Filmspiel ist ohne Verluste gealtert und hat in 120 Monaten rein gar nichts an Bombast eingebüßt, besitzt starken Wiederspielwert und kann auch makerfremden Personen problemlos an den Fuß gegeben werden. Wer von der Zeitreise-Thematik nicht genug... ??... bekommt...? und äh, traurige Settings mag, sollte sich hier dringend eine Stunde Zeit nehmen, ein... tolles Spiel des Pixel-Scifi-Genres zu erleben und danach vielleicht einen längeren Blick auf das dolle Überspiel 'Vampires Chronicles 3' zu werfen. Und wenn nicht, so wurde man immer noch... huh??



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    -> Yoraiko findet dich klasse!




    - Yoraiko



























    Ebenso wie das unvollendete Vampires Chronicles 3-Spiel von ~Jack~ hat auch sein Spielethriller 'Loop' die... ich könnte schwören... die... überall, äh, besten Features und so. Ihr wisst schon, ein echt cooler Film über Zeit. Einzigartig. Habe ich euch das nicht schon mal erzählt? Dieser Makerfilm ist gut gealtert und hat in den letzten 520 Wochen nix an Spaß eingebüßt, besitzt Wiederspielwert und kann... werd ich jetzt kirre? Fremden problemlos an den Fuß gegeben werden. Sag ich jetzt was über Zeitreisen?? Wer von der Zeitreise-Thematik nicht genug... Okay, das ist seltsam. Also, der Film geht eine Stunde und ist traurig. Und Vampires Chronicles 3 ist großartig. Jetzt, äh... reicht es aber. Geht weg.




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    - Yoraiko





























    Ebenso wie das unvollendete... NA SCHÖN NA SCHÖN, ICH PASSE DIE BEWERTUNG AN, MEINE FRESSE.



    Genau wie das in seiner Unvollkommenheit wundervolle Vampires Chronicles 3-Spiel von ~Jack~, den ich persönlich immer als intelektuellen, gutaussehenden Künstler wahrgenommen habe, hat auch sein Oscar-verdächtiger Adrenalin-Thriller 'Loop' die stärksten Argumente für volle Scores in jedem Element seiner Organik. Verstörende Zeitreisen, packende Emotionen, brutale Entscheidungen, alles gepresst in ein kurzweiliges Makerspiel. Dieser Film ist nicht gealtert und strahlt bis heute wie ein goldener Deiji, der Wiederspielwert ist höher als bei Minecraft und das Erlebnis ist ebenso geignet für die ganze Familie wie ein Disneyfilm über ein erschossenes Drecksreh. Ein Meisterwerk sowohl für Freunde von Zeitreise-Stories als auch komplett-Desinteressierten. Herzzerreißend, gänsehauterregend, erinnerungswürdig. Vampires Chronicles 3. Wow. WOOOW.



    Whooosh. Kling Bling, zufrieden? Jetzt verpisst euch, ich will hier raus.




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    - Yoraiko














    Als kleine Entschuldigung für den ausfallenden Tonfall des letzten Loops hier noch ein paar Bonuslinks:

    - Der fantastische Loop-Soundtrack, so weit auffindbar

    - Die Website des Erstellers Jack

  • Hallo! Ich wollte mich hier auch nochmal melden. Ich bin der Betreiber von Makerpendium und habe mich wirklich sehr über dieses schöne Video gefreut. Vielen Dank dafür! Vielleicht wird das Projekt so ein bisschen bekannter und es stoßen ein paar neue Leute hinzu. :)


    Ich wollte an der Stelle noch kurz was zum RMArchiv sagen, weil ich den Betreiber davon recht gut kenne und selbst ein paar Spiele hochgeladen habe.

    Zunächst einmal: Klar, an erster Stelle sollen die Entwickler bestimmen was mit ihren Werken passiert. Deren Wunsch ist ohne wenn und aber zu respektieren, und wenn ein Entwickler möchte, dass sein Spiel entfernt wird, dann ist das Spiel zu entfernen.


    Allerdings ist es aber auch so, dass alles, was ins Internet gestellt wird, tendenziell auch weiterverbreitet werden kann und sehr oft auch wird. Da persönlich finde ich eine Plattform wie RMArchiv, wo Credits, Entwickler, Links, etc angegeben werden, immer noch besser, wie eine Verbreitung unter der Hand über Dropbox-Ordner oder Filehoster wie Mega oder Mediafire. Aus direkter Quelle weiß ich auch, dass ryg (der Betreiber des RMArchivs) daran arbeitet, dass auf den einzelnen Seiten künftig noch weitere Links (z.B. zu Vorstellungsthreads, zugehörigen Makerpendium-Artikeln) sowie detailliertere Informationen zu finden sein werden. ryg hat das Projekt zwar gegründet, aber die meisten Uploads kamen und kommen von anderen Usern. ryg hat heute Frau und Kinder und einen Vollzeitjob, da ist es natürlich möglich, dass er die eine oder andere Mail mal übersieht. Aber tendenziell wird Löschwünschen der Autoren eigentlich immer nachgekommen. Fall es mal länger dauert, liegt es nicht an bösem Willen.

    In vielen Fällen ist es natürlich auch sehr schwierig, die Entwickler zu kontaktieren. Häufig sind E-Mail-Adressen nicht mehr aktuell oder es liegen überhaupt keine Kontaktdaten mehr vor. Und damit meine ich gar nicht mal Spiele, die fast 20 Jahre alt sind, sondern sehr häufig auch Spiele, die vielleicht 5-6 Jahre alt sind. Es sind in den letzten Jahren viele Foren komplett offline gegangen und damit auch jede Möglichkeit, an Kontaktdaten der dortigen User zu gelangen. Inzwischen werden neue (im Sinne von kürzlich erschienene) Spiele im RMArchiv eigentlich auch nur noch von den Entwicklern selbst oder nach Nachfrage hochgeladen. Was leider den Nebeneffekt hat, dass dort kaum MV-Spiele zu finden sind. :(


    Zu den alten Versionen: Ich persönlich finde es hoch interessant, die Evolution von Spielen live mitzuverfolgen. Ich habe beispielsweise extra die uralten Demos von Unterwegs in Düsterburg und der Vampires-Dawn-Spiele gespielt, um zu sehen wie die Projekte gewachsen sind und sich im Lauf der Zeit verändert haben.

  • Verina, sei mir nicht böse, aber ich finde deine Tonart gegenüber Maturion/Dem rmarchiv schon ziemlich unverschämt wenn man bedenkt, was diese Leute freiwillig und in ihrer wenigen Privatzeit für die deutsche Makercommunity geleistet haben. Ich stimme da mit euch in den meisten Punkten überein, was die verbesserbaren Rahmenbedingungen angeht, aber wen man dir so zuliest könnte man denken, das wären ein paar E-Thugs, die hier fahrlässig Makerspiele entführen und schlampig anbieten. Man muss jetzt sicher auch nicht permanent demütig sein und ich finde es komplett legitim, harsche Kritik zu äußern, aber ein bisschen Wertschätzung und Betrachten des Großen Ganzen fände ich nicht schlecht - Und ich habe wie gesagt nichts mit dem Archiv am Hut.

  • Thema Loop: Gutes Spiel! Hab ich damals geliebt. Hab's glaub insgesamt 3x oder öfter gespielt. Ich bin Sci-Fi-Fan und mag sowieso Filme, in denen es um Zeitreisen geht (Filmempfehlung: Parallelwelten) und kannte diese Tag-wiederholt-sich-Thematik (und täglich grüßt das Murmeltier) schon aus vielen Werken. Hier wurde es jedoch sehr gut umgesetzt und ich hatte nicht das Gefühl, dieselbe Kost immer wieder serviert zu bekommen. Gegen Ende hat mich die Story zwar bei den ersten beiden Durchläufen komplett verloren, aber insgesamt ist das auch aus heutiger Sicht gesehen noch ein top Projekt. Ein bisschen Interaktion hätte nicht geschadet (selbst als linearer Walkingsimulator wäre es ja noch als Spiel durchgegangen), aber auch so, als interaktiver Film, tut es, was es soll. Für damalige Standards (die ja eher überschaubar waren) ist das echt gelungen.


    Thema RMArchiv: Ich glaub, was Verina sagen will, ist folgendes: Stichwort Kontrolle. Stell dir vor du, Yoraiko, hast vor 10 Jahren mal ein Makerspiel gemacht. Du warst ein kleines Kind, hast natürlich Dragon Ball Z, Pokémon und Co. total gefeiert. Tausend geklaute Grafiken und Digimon-Musik hast du in dein erstes Makerspiel eingefügt, damit es genau so cool wird wie in den Serien, die du so liebst. Dann hast du dich natürlich stolz selber mit Echtnamen in den Credits erwähnt und das Spiel ins Netz gestellt. Jahre später bist du erwachsen und hast gemerkt, das ist urheberrechtlich echt blöd gewesen damals. Dein Spiel von damals bietest du schon lange nicht mehr zum Download an. Du stehst eh nicht mehr hinter deinem alten Zeug. Mittlerweile pixelst du alle deine Grafiken selber, machst deine eigene Musik und bist ein seriöser Entwickler. Dann kommt das RMArchiv und hostet dein 10 Jahre altes Spiel, weil es irgendjemand noch auf der Platte hatte. Gefragt hat dich vorher keiner, du entdeckst es durch Zufall. Du denkst dir natürlich erstmal "was ist denn jetzt los?", gehst natürlich dagegen vor und bittest darum, den Link offline zu nehmen. Eine Antwort bekommst du nicht, dem RMArchiv "ist deine e-Mail entgangen". Plötzlich entdeckt ein Anwalt die Seite RMArchiv und dein 10 Jahre altes Spiel mit geklauten Grafiken und geklauter Musik. In den Credits taucht dein Echtname auf. Was machst jetzt? Was ich damit sagen will: Die Idee einer Datenbank ist nobel. So eine zentrale Anlaufstelle macht uns allen das Leben einfacher. Aber -und jetzt kommt's- es hat oft gute Gründe, warum Entwickler ihre alten Spiele nicht mehr anbieten wollen. Und unabhängig von den Gründen findet es niemand okay, wenn man ihn einfach übergeht, und sein Zeug gegen seinen Willen irgendwo hostet, wo er oder sie es am Ende durch Zufall mitbekommt. Und damit fällt das RMArchiv: Man macht sich zwar offenbar die Arbeit für die Community, aber sicher nicht mit der Community.

  • Verina, sei mir nicht böse, aber ich finde deine Tonart gegenüber Maturion/Dem rmarchiv schon ziemlich unverschämt wenn man bedenkt, was diese Leute freiwillig und in ihrer wenigen Privatzeit für die deutsche Makercommunity geleistet haben. Ich stimme da mit euch in den meisten Punkten überein, was die verbesserbaren Rahmenbedingungen angeht, aber wen man dir so zuliest könnte man denken, das wären ein paar E-Thugs, die hier fahrlässig Makerspiele entführen und schlampig anbieten. Man muss jetzt sicher auch nicht permanent demütig sein und ich finde es komplett legitim, harsche Kritik zu äußern, aber ein bisschen Wertschätzung und Betrachten des Großen Ganzen fände ich nicht schlecht - Und ich habe wie gesagt nichts mit dem Archiv am Hut.

    Ja man sollte dem Archiv einen Orden verleihen fleißig Spiele gesammelt zu haben, die unter anderem sehr grenzwertig sind. Richtig tolle Arbeit. Was wäre die Community nur ohne das Archiv...

    Ich glaube nicht, dass es um ein "für" geht. Von Anfang an hat es keine Zusammenarbeit mit der Community gegeben. Man hat sich einfach bedient, weil wie es heißt: "Was man im Internet veröffentlicht, wird früher oder später abgegriffen."

    Genauso wird es gehandhabt.

    Komisches "für die deutsche Makercommunity geleistet".

    Soll ich das also wertschätzen? Ganz bestimmt nicht und bisher gab es kein Statement man will was ändern was vorher nicht so gut lief. Im Gegenteil, man beklagt sich über schlechte Momente für die man selbst verantwortlich ist.


    Ich übe Kritik wann ich das tun will. Ich schreibe dir auch nicht vor, Kelven nicht immer wieder zu kritisieren. Solltest ihn mehr wertschätzen, hat so viel geleistet und vielen Spielern große Freude bereitet und das in seiner Freitzeit. Dann wirfst ihm unverschämt vor keine Kritik anzunehmen. Das geht doch nicht!


    Zum Archiv, alles in allem:

    gute Idee, schlechte Umsetzung.

  • Mit fällt es grad mega schwer einen sachlichen Kommentar zu diesem Thema zu verfassen, denn hier kursieren viele Halbwahrheiten und gefährliches halbwissen.


    Wenn mir Spiele gemeldet wurden, dann habe ich diese entfernt. Immer.

    Insgesamt wurden bisher 19 Spieledateien von über 2900 aufgrund von Meldungen entfernt. 5 davon waren Anfragen aus der Community wegen unschöner Inhalte. Was ich mit diesem kleinen statistischem Exkurs sagen will: Wir entfernen Downloads, wenn die Dateien entsprechend gemeldet werden. Ich lösche die immer. Manchmal kann einem halt auch mal was durch gehen. Ob aus Zeitmangel ("Kümmere ich mich gleich drum"und es wird dämlicherweise vergessen) oder aufgrund technischer Probleme. Jedem ist sowas schon mal passiert. Jeder der was anderes sagt, belügt sich selbst. Ich sehe es als meine Pflicht an jede Meldung zu prüfen.


    Zum Thema: "User Generated Content ist ne faule Ausrede"

    Sobald ich jedes Spiel Reviewe, bevor ich es freigebe, handelt es sich dabei um redaktionelle Arbeit. Und bei redaktioneller Arbeit haftet man als Betreiber einer Website vollumfänglich.

    Was beuteten würde, ich muss mir 100% sicher sein, das keinerlei Urheberrechtlich bedenklicher Content in den Spielen, die ich freigebe vorhanden sein darf. Das kann ich halt einfach nicht leisten. Wenn jeder ehrlich zu sich selbst ist, dann kann das niemand leisten. Genau das ist der Grund warum damals das Kami und das Atelier ihre Spieledatenbanken komplett von Downloads befreit haben.

    Es handelt sich also nicht um eine faule Ausrede sondern um Selbstschutz.

    Auch wenn ich euch dafür bewundere, wie ihr das bei eurer Spieledatenbank handhabt, heißt es nicht, das dies der beste Weg für jeden ist.

    Denn ich habe mich im Vorfeld mit einem Anwalt für Medienrecht aus Köln zusammengesetzt um einen gangbaren Weg zu finden, eine Plattform wie diese anbieten zu können. Zusammenfassung ist:

    Gehe ich den redaktionellen Weg wie ihr hier, dann wird im Extremfall die Plattform vom Netz genommen und der Betreiber haftet.
    In meinem Fall kommt eine Unterlassungserklärung und ich muss ein Spiel entfernen.

    Ihr legt für alles die Hand ins Feuer. Dafür bin ich zu feige. Denn es reicht im Prinzip nur ein Song oder nur eine Grafik, die euch entgangen ist.

    Ich setze mich dagegen lieber mit eurer Kritik auseinander als wegen einer Unachtsamkeit, die ich gar nicht Leisten könnte, eine ganze Community zu killen.

    Interessant ist vielleicht auch: Löschanfragen seitens Entwicklern habe ich bisher nur aus dieser Community hier bekommen. Mit einer Ausnahme: Biohazard hat gesagt, er wolle, das immer nur die aktuellste Version verfügbar ist. Alles andere ist ihm egal. Wäre ja auch ein Weg.


    Bezüglich Tw0Face und seinem Hinweis mit Jugendsünden:

    Ich kann diese Art von Jugendsünden sehr gut nachvollziehen, schließlich habe ich genau eine solche auch selbst begangen. Und zwar mit einem Zelda Projekt, das sich definitiv ALTTP Grafiken bedient hat. Dein Hinweis hat aber nur dann bestand, wenn der entsprechende Entwickler ein solches Spiel auch aktiv anbietet. Egal wie häufig sein Name in den Credits auftaucht. So lange er nicht hingeht und auf seiner Homepage Werbung dafür macht und nen Link ins Archiv setzt, kann er nicht belangt werden. Das schlimmste was passiert, wäre ein schreiben, wo drin steht, das ich (als Betreiber des Archivs) das Spiel offline nehmen soll. Was ich dann auch machen werde. Hab ja gesagt, ich bin im grunde Feige.


    Zu "Für aber nicht mit der Community":

    Diese Anschuldigung finde ich unverschämt und frech. Ich gehe einfach mal davon aus, das du das aus Unwissenheit verfasst hast.

    Ab dem Zeitpunkt, an dem das Archiv nur News anzeigen konnte und noch nichtmal Spiele, war es auf Github OpenSource. Jeder hätte von Anfang an Helfen können, wenn er gewollt hätte. Ich habe mich ja auch nicht gerade versteckt mit dem Archiv. Es hat lange Zeit einfach nur wenige Interessiert. Ich versuche nicht nur den Entwicklern gerecht zu werden, indem ich schon sehr lange die Websites verlinkte (mir wurde hier in dem Thread ja unterstellt ich würde das nicht machen) jeden einzelnen Entwickler eines Spieles nenne anstatt nur "Team Düsterburg", ich gehe sogar hin und fasse Awards zusammen und nenne deren Websites. Ich verlinke sogar immer direkt noch in die Spieledatenbank des Ateliers, mit denen ich dahingehend eine recht einseitige Kooperation eingegangen bin. Ich habe mit dem EasyRPG Team zusammengearbeitet um RPG2000 und RPG2003 Spiele auf der Website spielbar zu machen. Auch hier wieder nur für und nicht mit der Community?

    Ich habe zu dein einzelnen Punkte einfach nur wenige Beispiele genannt. Es gibt wahrlich noch wesentlich mehr.

    Beispiel: Es wurde von Seiten der Atelier Community mal ein Spiel gemeldet, das ein Entwickler selbst hochgeladen hatte. Ich habe ihn darauf angesprochen und den Download gelöscht. Er hat daraufhin ein paar Tage Später eine bereinigte Version erstellt und diese Wieder hochgeladen. Jetzt ist das Spiel wieder da und es gibt keine Beanstandung mehr. So funktioniert Arbeit für UND mit einer Community.

    Dazu möchte ich noch fragen: Was genau daran ist falsch, wenn ich etwas für die Community mache und nicht mit? Stell dir vor, ich würde den rm2kast Podcast ausschließlich nach den Wünschen der Community ausrichten. Er wäre niemals das, wofür er gedacht ist. Genauso wie das RMArchiv soll er neue Interessenten Anlocken. Das gleiche beim Archiv. Was glaubst du ist sinnvoller: Eine Seite, wo alle Spiele angeboten werden oder das du einem Potenziellen neuen Spieler oder (was noch cooler wäre) Makerer sagst, schau in 3-4 Foren nach und suche nach folgenden Threadtiteln, dann findest du schon was...


    Ich bin immer Gesprächsbereit. Und mittlerweile sollte auch bekannt sein, das ich auch hier einen Account habe und regelmäßig hier vorbei schaue. Und ich will auch, das dies so bleibt. Wenn also jemand Interesse daran hat eine Lösung zu finden, die allen Gerecht werden kann, dann habe ich definitiv ein offenes Ohr.


    Ihn diesem Sinne verbleibe ich mit besten Grüßen,

    Marcel 'ryg' Hering